Strafbefehl

Strafbefehl: Urteil ohne Hauptverhandlung

Wann ergeht ein Strafbefehl ?

Strafbefehl

Strafbefehl erhalten?

Im Falle leichter Kriminalität hat die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, beim zuständigen Gericht nach § 407 StPO einen Strafbefehl zu beantragen. Kommt das Gericht diesem Antrag nach, ergeht im Grunde ein Urteil ohne Hauptverhandlung im schriftlichen Verfahren.

In den allermeisten Fällen wird gegen den Betroffenen eine Geldstrafe festgesetzt. Das Gesetz sieht aber auch noch weitere Rechtsfolgen vor, wie Fahrverbot, die Einziehung von Gegenständen, der Verfall beschlagnahmten Geldes, Geldbußen gegen juristische Personen oder Personenvereinigungen (Verbandsgeldbußen).

Sollten Sie einen Strafbefehl erhalten haben und ihn akzeptieren wollen, brauchen Sie nichts zu tun. Nach Ablauf der Einspruchsfrist von zwei Wochen wird der Strafbefehl rechtskräftig – wehren können Sie sich dann nicht mehr.

Einspruch gegen den Strafbefehl

Sollten Sie sich gegen einen Strafbefehl wehren wollen, müssen Sie aktiv werden. Die Einspruchsfrist gegen den Strafbefehl beträgt zwei Wochen. Konnten Sie die Einspruchsfrist unverschuldet nicht einhalten, ist Eile geboten. Wird innerhalb einer Woche nach Kenntnis des Strafbefehls ein Antrag auf Wiedereinsetzung gestellt und der Einspruch nachgeholt, wird der Strafbefehl nicht rechtskräftig. Der Einspruch gilt dann als rechtzeitig erhoben.

Nachdem Einspruch erhoben wurde, wird das Gericht einen Termin zur Hauptverhandlung festlegen. Bei der in der Hauptverhandlung ergehenden Entscheidung kann das Gericht auch eine höhere Strafe aussprechen, als ursprüglich im Strafbefehl festgesetzt war.

beschränkter Einspruch

Mit einem auf die Höhe der Tagessätze beschränkten Einspruch gegen einen Strafbefehl, kann eine Verringerung der Geldstrafe erreicht werden. Die Entscheidung über einen derart beschränkten Einspruch kann das Gericht auf Antrag auch ohne Hauptverhandlung treffen und durch Beschluss entscheiden. Ein Termin vor Gericht findet dann nicht statt.

Haben Sie einen Strafbefehl erhalten und wollen sich mit einem Einspruch wehren, sollten Sie sich rechtzeitig von einem Strafverteidiger über die hier beschriebenen Möglichkeiten und grundsätzlichen Erfolgsaussichten beraten lassen. Ich stehe Ihnen dafür gern zur Verfügung.

Strafbefehlsverfahren als Chance zur Vermeidung einer Hauptverhandlung

Sollte Ihnen ein Vergehen, kein Verbrechen, vorgeworfen werden, kann das Strafbefehlsverfahren auch eine Chance sein, eine öffentliche Hauptverhandlung und die damit einhergehende öffentliche Beachtung zu vermeiden. Denn hat der Betroffene einen Verteidiger, sind auch Bewährungsstrafen möglich. Es gibt Fälle, in denen eine solche Verfahrensweise die rechtlichen wie persönlichen Interessen des Mandanten optimal wahrt.

Zur Möglichkeit, das Strafbefehlsverfahren als Aufsehen vermeidende Alternative zu einer Hauptverhandlung zu nutzen, berate ich Sie jederzeit diskret und kompetent.